- WORTE, DIE ES NICHT GAB -

 

- WORTE, DIE ES NICHT GAB -

Innerer Dialog

Wenn du nach 40 Jahren, nach einer extrem arbeitsreichen und anstrengenden Woche, endlich in der Lage bist, dich selbst warmherzig anzusprechen, obwohl dir das in deiner Kindheit niemand beigebracht hat:

- Du kannst nicht so viel arbeiten, dass dir die Lunge wehtut.
- Du musst mir nicht mehr beweisen, dass du so viel leisten kannst, damit ich dich bemerke
- Ich weiß, dass du sensibel geworden bist und gelernt hast, alles zu lesen und darauf zu reagieren, was von dir erwartet wird, und inzwischen sogar das, was nicht von dir erwartet wird
- Ich weiß, dass du solche Angst hast, dich selbst und andere zu enttäuschen
– ich weiß, dass du so viel von dir gibst. Oft mehr, als du kannst, und oft weit über deine Kräfte hinaus.

Tränen laufen mir über die Wangen. So ist das, wenn man nach 40 Jahren Kampf endlich eine Verbindung zu sich selbst herstellen kann.

Wenn man nicht mehr wie ein brutaler Henker über sich selbst steht.

Wenn du dich noch daran erinnerst, wie sehr diese inneren Schläge, die Kritik und die wertenden Blicke wehgetan haben.

Wenn diese inneren Mechanismen dich noch in Schach halten, du sie aber konsequent Stück für Stück überwindest, auch wenn es ein langer Weg ist.

Und wenn dann, Stück für Stück, alles zusammenbricht.

Und wenn du – inmitten der Erschöpfung und des Burnouts, die du so gut kennst – plötzlich, wenn auch nur für einen Moment, wieder Wärme in dir selbst findest. Diese so lange unbekannte und unerreichbare Güte.

Eigentlich ist es dieser Dialog, diese – unter so großen Anstrengungen – erworbene Fähigkeit, die ich als die größte Errungenschaft dieser Woche betrachte.