Dr. Agata Norek ist Künstlerin, Doktorin der Bildenden Künste und Expertin aus eigener Erfahrung im Bereich Trauma (PTSD und cPTSD), dessen Folgen und posttraumatisches Wachstum (PTG).
Sie verbindet ihre akademische Ausbildung und künstlerische Praxis mit persönlichen Erfahrungen sowie einem umfassend dokumentierten Genesungsprozess. Ihr Archiv umfasst persönliche Aufzeichnungen, Dokumentationen und künstlerische Arbeiten.
Seit über 25 Jahren setzt sie sich intensiv mit komplexen psychischen und emotionalen Prozessen auseinander. Besondere Schwerpunkte ihrer künstlerischen Arbeit und ihrer Dissertation sind die unterschiedlichen Aspekte und Folgen von Gewalt sowie Täter-Opfer-Dynamiken und Abhängigkeitsmuster im individuellen, familiären, gesellschaftlichen und politischen Kontext. In ihrer künstlerischen Praxis hat sie visuelle Ausdrucksformen entwickelt, mit denen sie diese Mechanismen durch bildende Kunst, Symbole, Archetypen und Literatur sichtbar macht.
Sie ist Urheberin einer eigenständigen Konzeption und Methodologie des Symbols „Schutzschilde“, die sie im Rahmen ihrer Dissertation entwickelt hat und die die Grundlage eines einzigartigen Ansatzes an der Schnittstelle von Kunst, Gewalt, psychischen Grenzen und der Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen bildet. Diese Konzeption entwickelt sie weiter und wendet sie im Rahmen ihrer eigenen Methode ArtTrauma® an.
Darüber hinaus ist sie Urheberin des Begriffs „Chirurgie der Seele“ – einer eigenständigen Konzeption, die Kunst als Instrument versteht, um Zugang zu inneren Prozessen des Menschen zu gewinnen, für die es keine Entsprechungen zu den medizinischen bildgebenden Verfahren und chirurgischen Instrumenten gibt.
Sie ist Gründerin des Agata Norek Institute in Luzern – eines Raums, in dem Kunst den Ausgangspunkt für Bildung, Erfahrungsaustausch, die Entwicklung interdisziplinären Denkens sowie den Dialog zwischen verschiedenen Wissensgebieten rund um den Menschen bildet.
Ausbildung und frühe Karriere
• 1998–1999: Studium an der Fakultät für Grafik der Akademie der Bildenden Künste Breslaw (Polen).
• 1998–2003: Fortsetzung des Studiums an der Fakultät für Malerei und Grafikdesign der Akademie der Bildenden Künste Katowice (Polen).
• 2001: Anstellung als Assistentin in der Fakultät Malerei der Kunstakademie Katowice.
• 2002: Studium im Rahmen des Socrates-Erasmus-Programms an der Fakultät für Malerei der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg (Deutschland).
• 2003: Erfolgreicher Abschluss des Studiums in Malerei und Grafikdesign. Anschliessend Anstellung im Zeichenatelier der Kunstakademie Katowice.
• 2013: Verteidigung der Dissertation „Schutzschilde“ an der Akademie der Bildenden Künste Katowice.
Stipendien und akademische Auszeichnungen
• Dreifache Stipendiatin des Präsidenten der Stadt Chorzów (Polen).
• 2002: Stipendien des „Rotary Club“ in Katowice und der „Stiftung im. Hugona Kołłątaja“.
• Gewinnerin des 1. Platzes beim Wettbewerb Primus Inter Pares als beste Studentin der Kunstakademie Katowice (2002–2003) sowie des 3. Platzes auf regionaler Ebene.
• 2003: Diplom in Malerei sowie Diplom mit Auszeichnung in Grafikdesign für die Diplomarbeit „Das unsterbliche Notizbuch“. Diese Diplomarbeit nahm Teil am Wettbewerb „Die besten Diplome 2003“ unter der Schirmherrschaft des damaligen polnischen Präsidenten Aleksander Kwaśniewski.
• 2013: Auszeichnung der Dissertation „Schutzschilde“ durch die Akademie der Bildenden Künste Katowice und Nomination für den "Preis des Premierministers für die besten Doktorarbeiten in Polen 2013".
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Internationale Tätigkeiten in Kunst&Design
• 2011: Installation NOREK-JARDIN vor dem Europäischen Parlament in Brüssel, im Rahmen der Bewerbung der Stadt Katowice zur Europäischen Kulturhauptstadt 2016: https://norek-jardin.com
• 2012: 1. Platz beim Augsburger Medienpreis in der Kategorie „Idee“ für das moderne Stadtwappen von Augsburg (Deutschland).
• Präsentation von Arbeiten auf über 12 Einzelausstellungen in Polen und Deutschland sowie auf über 25 Gruppenausstellungen in Europa (Polen, Deutschland, Frankreich, Bulgarien, Tschechien).
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Projekt „Schutzschilde“
„Schutzschilde“ ist ein Zyklus von 27 künstlerischen Objekten, von denen jedes einen anderen Aspekt von Gewalt darstellt, insbesondere psychische Gewalt. Die „Schutzschilde“ thematisieren unter anderem ökonomische Gewalt, häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch von Kindern, Gewalt von Müttern gegenüber Töchtern sowie weibliche Genitalverstümmelung. Jede Arbeit wird von einem literarischen Text begleitet.
• 2013: Verteidigung der Doktorarbeit „Schutzschilde“ an der Kunstakademie Katowice – ausgezeichnet und für den Preis des Premierministers für die besten Doktorarbeiten in Polen nominiert.
• 2015: Ausstellung „Schutzschilde“ im Bayerischen Landtag, München – Veranstaltung „Starke Frauen für eine bessere Welt“.
• 2016: Vorstellung des Projektes in der deutschen Vogue (1|2016)
• Auszeichnung als „Frau des Erfolgs in Schlesien“.
• Das Projekt belegt 3. Platz beim Augsburger Medienpreis - Kategorie "Inspiration".
• 2017: Vorstellung des Projektes in der britischen Vogue (9|2017), in Zusammenarbeit mit der Modedesignerin Ramona Erb.
• Auszeichnung „Business Löwin“, verliehen vom Magazin Law Business Quality, in Anerkennung der Tätigkeit als 1. Vorsitzende des Vereins SHIELDS AGAINST VIOLENCE SAVE e.V.
• 2018: Vortrag „ARTrauma® – ein kunstlärischer Prozess zur Überwindung von Ängsten und traumabedingten Blockaden unter Einsatz von Symbolen und der Erstellung eines individuellen "Schutzschildes‘“ auf der V. Internationalen Konferenz "Drei Schwestern der Angst: Aggression, Hass und Trauma" (Medizinische Universität Katowice, Polen).
• „Schutzschilde – eine Methode zur Bewältigung von PTSD. Wie kann einer traumatischen Erfahrung eine materielle Form und Gestalt verliehen werden? Wie können destruktive Emotionen im kreativen Prozess genutzt werden? Wie kann Tragödie in Triumph verwandelt werden?". Vortrag an der SWPS - Psychologische Universität in Katowice.
• „Schutzschild gegen weibliche Genitalverstümmelung“ auf dem Cover der Publikation des Desert Flower Centers in Berlin - gegründet von Waris Dirie, Autorin des Bestsellers "Wüstenblume".
• 2021: Porträt in der Schweizer Fernsehsendung SRF Kultur / 3Sat": https://youtu.be/XtyIDPnO3JI?si=SWHLRa-dC8ql8f5N
• Interview mit Karin Frei (ehemalige Fernsehmoderatorin SRF): https://youtu.be/qOA9DlkR6GA?si=l4UC_s8iHGBGDSe0
• Teilnahme an Podiumsdiskussionen in Luzern mit Psychiater, Juristin und Theologe zum Thema Gewalt, ihren Folgen und Facetten; Veranstaltungen mitfinanziert durch das Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern; begleitend Präsentation der Ausstellung „Schutzschilde“.
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Verkehrsunfall, medizinisches Trauma
2013 erlitt Agata Norek einen extremen Fahrradunfall, bei dem sie als Radfahrerin von einem Lastwagen erfasst wurde. Sie hatte 17 Knochenbrüche, unterzog sich 16 Operationen und verbrachte 5 Monate in Krankenhäusern. Neun Jahre lang litt sie an PTSD. Ihren Heilungsweg dokumentierte sie in über 250 Sprachaufnahmen sowie zahlreichen Skizzen und Zeichnungen, die während der Therapie in einer psychosomatischen Klinik in Davos (Schweiz) entstanden. Diese persönliche Erfahrung wurde zum Fundament ihrer weiteren Bildungsmission zum Thema Trauma.
• 2022: Für die Jubiläumskonferenz zum 10-jährigen Bestehen des Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD) e.V. in Münster (Deutschland) wurde ein Film über Agata Norek’s Unfallgeschichte produziert. Dieser Film ist in deutschen und englischer Sprache auf der Website des Vereins VOD e.V. abrufbar: https://vod-ev.org/10-jahre-vod-die-rechte-von-unfallopfern-staerken/
• 2024: Interview in der Sendung "Skrawki "von Joanna Berendt-Zych (ehemalige Korrespondentin der New York Times) über den persönlichen Weg der PTSD-Bewältigung.
• 2025: Teilnahme am Dokumentarfilm „Unfälle: Lübeck hat die gefährlichste Kreuzung Deutschlands | NDR/ARD“, über den Fahrradunfall, jahrelange Rehabilitation, Operationen und klinischen Tod.
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Bildungsaktivitäten
• 2012-2018: Gründung und Leitung des Vereins SHIELDS AGAINST VIOLENCE SAV e.V. in Augsburg (Deutschland), spezialisiert auf Gewaltprävention, Bildung, Aufklärung und Traumatherapie durch Kunst.
• 2002–2013: Entwicklung der eigenen Methode ARTrauma ®.
• Ab 2016: Durchführung von „Schutzschilde” Workshops. Die Workshops basieren auf der Methode ARTrauma®, in denen Teilnehmende schwierige Erfahrungen, Emotionen wie auch die eigenen Ressourcen entdecken und ausdrücken. Die entstehenden künstlerischen Arbeiten (Schutzschilde, Bilder, Symbole) sind lediglich sichtbare Spuren eines tiefgehenden, inneren Prozesses.
Workshops u. a. in Zusammenarbeit mit der deutschen Sektion der internationalen Organisation Innocence in Danger.
• Ab 2025: Leitung der geschlossenen Gruppe „Sicherer Raum“ für Personen nach schweren Erfahrungen.
• Entwicklung und Co-Leitung des Kurses „Interdisziplinärer Ansatz in der Traumatherapie“ mit Angelika van de Kraats (Osteopathin) und Ulrich Wergin (Krankenpfleger).
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Publikationen und Medien
• Interviews für Magazine und Fernsehbeiträge: Vogue, Augsburger Allgemeine Zeitung, Psychologia w praktyce, Charaktery, Hello Zdrowie, Polska Agencja Prasowa, SRF Kultur / 3Sat, NDR/ARD sowie weitere Medien.
• Artikel für Fiduz, CulturMag.
• Veröffentlichung des Artikels „ARTrauma® – ein kunstlerischer Prozess zur Überwindung von Ängsten und traumabedingten Blockaden unter Einsatz von Symbolen und der Erstellung eines individuellen ‚Schutzschildes‘“ im Buch "Drei Schwestern der Angst: Aggression, Hass und Trauma", herausgegeben von Prof. Jadwiga Jośko-Ochojska, anlässlich der V. Internationalen Konferenz an der Medizinischen Universität Katowice.
• 2023: Start des eigenen Podcasts „Chirurgie der Seele“, über Traumatherapie mit Expert*innen aus Psychologie, Medizin, Körperarbeit, Kunst und Recht.
• Agata Norek ist aktiv auf YouTube (Agata Norek Institute) und in den sozialen Medien.
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Wohnort und Mitgliedschaften
• Ab 2018: Luzern, Schweiz
• Mitglied im Freundeskreis der Hochschule für Film und Fernsehen e.V. München