"VOGUE"

 

"VOGUE"

Deutschland, Schweiz und Österreich

1 | 2016 

 

 "Wehrhaft"

Die Künstlerin Agata Norek baut "Schutzschilde" gegen Gewalt an Frauen

Schmerz verwandelt sie in Schönheit – ohne ihn oder die Gewalt, die ihn hervorrief, zu verharmlosen. Die aus Polen stammende und in Augsburg lebende Künstlerin Agata Norek setzt Gewalterfahrungen, die Frauen – auch sie selbst – gemacht haben, symbolisch ihre komplexen und hochartifiziellen "Schutzschilde" entgegen.

 

Welche Idee steht hinter den „Shields Against Violence“, Ihren "Schutzschilden"? 

Die Umsetzung von Trauma-Erfahrungen in Kunstobjekte. Dabei sind die Symbolik und historische Anwendung des Schutzschilds – eines Rundschilds, der der weiblichen Brust ähnelt – von großer Bedeutung. Es geht mir dabei jedoch vor allem darum, auf die unsichtbaren Folgen und Facetten der Gewalt hinzuweisen. Die körperlichen Folgen heilen meist schneller und sind einfacher zu behandeln.

 

Sie zeigen diese Objekte in Ausstellungen. Aber Sie arbeiten auch im Projekt „Schutzschilde – Frauen gegen Gewalt“. Worum geht es da?

Um die traumapädagogische Aufarbeitung von Gewalterfahrungen der Betroffenen. Traumatherapeutisch und künstlerisch begleitete Frauen können ihre eigene „Schutzschilde“ bauen, ihr Schicksal auf diese übertragen und es so gestaltend, erzählend bewältigen.


INTERVIEW: Bernd Skupin